Schon wieder? war nicht nur die Reaktion meiner Mitmenschen, auch ich habe mich etwas über meine "Planung" gewundert, als ich nach gerade mal einer Woche daheim schon wieder in den Zug nach Lauterach gestiegen bin.
Der Grund für die neuerliche Fahrt in den Westen war ein Konzert von Manu Delago gemeinsam mit MaxZT. Den Termin in Salzburg hatte ich verpasst und so entschied ich mich eben nach Dornbirn zu fahren. (Dass die beiden im November auch in Seekirchen sein werden, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.)
Da ich am Pfingstsamstag volle Züge befürchtete, fuhr ich schon am Freitag los und nutzte den Nachmittag für eine bei Komoot gefundene Brommitour zum Rheindelta. Ach war das nett! Ich kam an Badeseen vorbei, in denen ich zuletzt vor gut 40 Jahren war! Aber auch ohne Nostalgiegefühle, war das eine wunderschöne Runde dem Rhein entlang, dann Richtung Bodensee und über den Rohrspitz wieder zurück. Ich war so beschäftigt mit schauen, staunen und bewundern, dass ich völlig aufs fotographieren vergessen habe. Nur einmal, als ich für eine kurze Pause stehengeblieben bin, dachte ich daran, die Kamera zu zücken!
Abends war ich in Bregenz, wo ich nach einem gemütlichen Abendessen zur Molo ging, um mit vielen, vielen anderen Menschen den Sonnenuntergang zu bewundern.
Den Samstag verbrachte ich dann sehr gemütlich und abends ging es zum Konzert. Ich bin bei jeder neuen Tour von Manu Delago gespannt, was auch mich zukommt, weil er mit so vielen unterschiedlichen Künstlern zusammen arbeitet und jedes seiner Konzerte, das ich bisher gesehen habe, etwas ganz eigenes, ganz neues war. Ich war schon 2011 bei seiner Tour Living Room mit Pepe Auer (Bassklarinette), 2015 bei der Vorstellung der CD Silver Cobalt mit Isa Kurz und natürlich bei der ersten ReCycling Tour, 2021 bei der sie das gesamte Tourequipment auf Rädern und speziell konstruierten Radanhängern durch Österreich gezogen und den Strom, den sie für den Auftritt benötigten mit Solarpanels erzeugt haben. Danach kamen die Konzerte zur CD "Environ Me" und letztes Jahr das gemeinsam mit "Mad About Lemon".
Das aktuelle Konzert war wieder ganz eigen. Ein Hackbrettspieler aus NewYork und ein Hangspieler aus Tirol suchen den gemeinsamen Klang. Aufgenommen haben sie die CD im Zisterzienserstift in Stams, das auch als Hintergrund für das Konzert eingeblendet war.
Und wäre nicht diese Konstellation schon mehr als ausreichend für einen wunderbaren Abend gewesen, habe ich vor dem Konzert noch die Mutter einer guten Freundin getroffen, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen und gesprochen habe! Ich kenne sie seit ich ca. 12 -13 Jahre bin und es war so lustig mal wieder mit ihr zu sprechen, da ich zwar immer wieder etwas von ihr gehört habe, aber eben nie mehr persönlich getroffen.
Sie hat das Konzert vom Bruder meiner Freundin (der war auch dabei - auch ihn habe ich ewig nicht mehr gesehen, er war halt immer der "kleine" Bruder ...) zum 80, Geburtstag geschenkt bekommen und so saßen wir dann zu dritt im Saal und lauschten den wunderbaren Klängen, die die beiden Künstler gemeinsam erschufen.
Am Sonntag ging es nach einem kurzen Schwumm im Bodensee wieder zurück nach Hause. Und bei einem Blick in meinen Kalender habe ich festgestellt, dass ich meinen Fokus jetzt mal wieder von den Kulturgenüssen hin zum Sport richten sollte. Denn da kommen in den nächsten Wochen ein paar schöne kleine Bewerbe auf mich zu, für ich im Moment allerdings noch nicht (gut) vorbereitet bin. Deswegen schwänze ich heute meinen Dienstag-Schreibtag und gehe radfahren!




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