Die Adventszeit bringt oft die sonderbarsten Verhaltensweisen an den Tag.
Menschen, die das restliche Jahr Frischluft meiden, wie der Teufel das Weihwasser, stehen plötzlich stundenlang bei Wind und Wetter auf Adventmärkten herum und pflegen ihren Alkoholpegel.
Andere werden besinnlich bis zum Abwinken, auch wenn sie die Besinnlichkeit den letzten Nerv kostet.
Wiederum andere fallen in kindliche Verzückung, wenn sie 24 Tage lang jeden Tag eine vorperforierte, durchnummerierte Tür an einer Papptafel öffnen dürfen, hinter der sich im besten Falle eine ca. ein Euro große Billigschokolade befindet.
Ich schloss daraus, dass man in dieser Zeit Dinge ausprobieren soll, die man sonst nicht tut. Dieser Gedanke gefiel mir, nur hatte ich erst noch keine zündende Idee. Als ich dann aber Anfang Dezember in dem einen und auch in einem anderen Blog vom Laufadventskalendern las, dachte ich mir, dass ein täglicher Lauf ja auch ganz lustig sein könnte. Ein Adventsstreak.
Also habe ich mich erst mal schlau gemacht, welche Vorgaben es für Täglichläufer so gibt.
Die wichtigste - täglich zu laufen - hatte ich ja beinahe schon erwartet.
Die Mindestdistanz - eine Meile, bzw. 1,6 Kilometer - hatte ich früher schon mal gelesen.
Dass das ganze dokumentiert werden muss ist dann wohl nur für die wichtig, die ihr täglichlaufen mit anderen teilen wollen.
Sonst stand da nichts aufregendes zu lesen, also beschloss ich es einfach mal zu versuchen.
Um meine Gräten nicht über Gebühr zu strapazieren, beschloss ich mich an Tagen, die sonst lauffrei gewesen wären auf die Mindestdistanz zu beschränken und meine anderen Läufe ungefähr so beizubehalten, wie immer.
Außerdem wechselte ich in dieser Zeit von Handtasche und Alltags- auf Laufschuhe und Rucksack, wenn ich von früh bis spät unterwegs war, um die notwendige Distanz "schlimmstenfalls" spätabends vom Bahnhof nach Hause (ca. 1,8km) absolvieren zu können. (Allerdings tat ich das erst nachdem ich einmal knapp 2km mit Winterstiefeln und Handtasche durch Salzburg gelaufen war! 😵) Aufzeichnen geht ja dank der Movescount App mittlerweile auch gut ohne Uhr, also stand nicht mal der Dokumentationsvorgabe etwas im Wege!
Soweit wäre also alles klar gewesen, wenn ich nicht gestern mit dem linken Innenknöchel (das mach mir mal einer nach) gegen den Heizkörper gedonnert wäre. Autsch! Also löste sich die Idee heute Morgen bei den ersten Humpelschritten ins Badezimmer in Luft auf. Genau in der Halbzeit lasse ich Idee Idee sein und ziehe in den nächsten Tagen die Rolle und das Hallenbad den Laufschuhen vor.
Schade eigentlich, denn lustig war es schon.
Hier das Teilergebnis:
Schade eigentlich, denn lustig war es schon.
Hier das Teilergebnis:
Naja - zumindest ein Halbadventsstreak ist es geworden.
Und jetzt widme ich mich wieder meinem Knöchel...
