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Dienstag, 26. Mai 2026

Schon wieder?












Schon wieder? war nicht nur die Reaktion meiner Mitmenschen, auch ich habe mich etwas über meine "Planung" gewundert, als ich nach gerade mal einer Woche daheim schon wieder in den Zug nach Lauterach gestiegen bin. 
Der Grund für die neuerliche Fahrt in den Westen war ein Konzert von Manu Delago gemeinsam mit MaxZT. Den Termin in Salzburg hatte ich verpasst und so entschied ich mich eben nach Dornbirn zu fahren. (Dass die beiden im November auch in Seekirchen sein werden, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.)

Da ich am Pfingstsamstag volle Züge befürchtete, fuhr ich schon am Freitag los und nutzte den Nachmittag für eine bei Komoot gefundene Brommitour zum Rheindelta. Ach war das nett! Ich kam an Badeseen vorbei, in denen ich zuletzt vor gut 40 Jahren war! Aber auch ohne Nostalgiegefühle, war das eine wunderschöne Runde dem Rhein entlang, dann Richtung Bodensee und über den Rohrspitz wieder zurück. Ich war so beschäftigt mit schauen, staunen und bewundern, dass ich völlig aufs fotographieren vergessen habe. Nur einmal, als ich für eine kurze Pause stehengeblieben bin, dachte ich daran, die Kamera zu zücken!
 
Abends war ich in Bregenz, wo ich nach einem gemütlichen Abendessen zur Molo ging, um mit vielen, vielen anderen Menschen den Sonnenuntergang zu bewundern. 

Den Samstag verbrachte ich dann sehr gemütlich und abends ging es zum Konzert. Ich bin bei jeder neuen Tour von Manu Delago gespannt, was auch mich zukommt, weil er mit so vielen unterschiedlichen Künstlern zusammen arbeitet und jedes seiner Konzerte, das ich bisher gesehen habe, etwas ganz eigenes, ganz neues war. Ich war schon 2011 bei seiner Tour Living Room mit Pepe Auer (Bassklarinette), 2015 bei der Vorstellung der CD Silver Cobalt mit Isa Kurz und natürlich bei der ersten ReCycling Tour, 2021 bei der sie das gesamte Tourequipment auf Rädern und speziell konstruierten Radanhängern durch Österreich gezogen und den Strom, den sie für den Auftritt benötigten mit Solarpanels erzeugt haben. Danach kamen die Konzerte zur CD  "Environ Me" und letztes Jahr das gemeinsam mit "Mad About Lemon".  
Das aktuelle Konzert war wieder ganz eigen. Ein Hackbrettspieler aus NewYork und ein Hangspieler aus Tirol suchen den gemeinsamen Klang. Aufgenommen haben sie die CD im Zisterzienserstift in Stams, das auch als Hintergrund für das Konzert eingeblendet war.

Und wäre nicht diese Konstellation schon mehr als ausreichend für einen wunderbaren Abend gewesen, habe ich vor dem Konzert noch die Mutter einer guten Freundin getroffen, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen und gesprochen habe! Ich kenne sie seit ich ca. 12 -13 Jahre bin und es war so lustig mal wieder mit ihr zu sprechen, da ich zwar immer wieder etwas von ihr gehört habe, aber eben nie mehr persönlich getroffen. 
Sie hat das Konzert vom Bruder meiner Freundin (der war auch dabei - auch ihn habe ich ewig nicht mehr gesehen, er war halt immer der "kleine" Bruder ...) zum 80, Geburtstag geschenkt bekommen und so saßen wir dann zu dritt im Saal und lauschten den wunderbaren Klängen, die die beiden Künstler gemeinsam erschufen. 
Am Sonntag ging es nach einem kurzen Schwumm im Bodensee wieder zurück nach Hause. Und bei einem Blick in meinen Kalender habe ich festgestellt, dass ich meinen Fokus jetzt mal wieder von den Kulturgenüssen hin zum Sport richten sollte. Denn da kommen in den nächsten Wochen ein paar schöne kleine Bewerbe auf mich zu, für ich im Moment allerdings noch nicht (gut) vorbereitet bin. Deswegen schwänze ich heute meinen Dienstag-Schreibtag und gehe radfahren!

Sonntag, 17. Mai 2026

Kirchenumrundungen und bedeutende Frauen Salzburgs

Die Auflösung, ob ich zum Faltradrennen in Dornbirn geblieben bin, steht ja eigentlich schon in den Kommentaren zum vorherigen Beitrag - JA bin ich!
Nach kurzem Überlegen fand ich, dass zwei zusätzliche Tage im Ländle, ein Brommi-Rennen und damit die Möglichkeit den Hauptpreis --> ein nigelnagelneues Brompton zu gewinnen, nicht durch meine ursprünglichen Pläne getoppt werden können, meldete mich auf der Homepage an und packte den Koffer wieder aus. Ich machte mir einen gemütlichen Tag mit viel Lesen, einer schönen Spazierwanderung am Nachmittag und intensivem Couching und war schon sehr gespannt, wie das Rennen ablaufen würde. 
Am nächsten Tag fuhr ich am Nachmittag mit Brommi nach Dornbirn. Um 16.30 Uhr wurden die Radtage offiziell eröffnet, um 17 Uhr gab es ein Lastenradrennen und um 18 Uhr waren die Bromptons  dran. 
Es war ein KO-Rennen, das heißt es wurden jeweils 2 StarterInnen zusammengelost, die gegeneinander fuhren. Der Sieger kam in die nächste Runde, der zweite schied aus. Für jede Runde, die gefahren wurde, bekam man ein Los in einen Hut. Am Ende des Rennens wurde aus diesem Hut ein Los gezogen und der-/diejenige gewann den Hauptpreis. So hatten alle eine Chance, die die öfter fuhren, eine größere. (Gewonnen hat einer, der 2x gestartet ist!)
Die abgesperrte Strecke verlief um die Kirche, war sehr kurz - also eigentlich war es ein großer Kreis bzw. vier 90° Winkel mit kurzer Verschnaufpause zum aufrichten dazwischen. Nicht gerade geeignet, um schnell zu fahren und fast unmöglich jemanden zu überholen. Daher war im Vorteil, wer sein Brommi schneller fahrbereit hatte. Die standen zum Start nämlich zusammengefaltet an der Startlinie und mit dem Startzeichen, mussten sie aufgefaltet werden, um dann loszupreschen. 

Info nebenbei - im Hintergrund des Starts sieht man das "Rote Haus", das Wahrzeichen der Stadt Dornbirn.
Ich war leider eine Sekunde langsamer beim Auffalten, als mein Gegner und auch wenn ich ihn in der ersten Runde noch vor mir sah, gab er in der zweiten dann Gas und gewann souverän. So war ich aus dem Rennen und hatte die Möglichkeit mir gemütlich den Rest anzuschauen und den Sieger und den Gewinner des Hauptpreises zu bejubeln. Nach der Siegerehrung gönnte ich mir noch eine kleine Stärkung und pedalierte anschließend wieder nach Hause. Leider habe ich nirgends Fotos von der Veranstaltung gefunden, sorry!
 
Am Donnerstag setzte ich mich dann in den Zug nach Salzburg und verbrachte den Resturlaub mit lesen, essen und
wie schon im letzten Jahr, dem Cup&Cino-Frühstückslauf!
Nachdem mir im letzten Jahr so viel Spaß gemacht hat, das geführte Sightrunning mitzumachen, habe ich mich auch heuer wieder dazu angemeldet. Da wusste ich allerdings das noch nicht!
Da die Wettervorhersage für den Samstag wirklich abscheufürchterlich war, hat der Veranstalter sogar alle für den Samstag-Nachmittag geplanten Läufe abgesagt, bzw. auf Juni verschoben. Die Frühstücksläufer durften aber starten und ich habe mich heuer für eine neue Route entschieden. 
Eine absolute Fehlentscheidung war allerdings, den Start von der Volksgartenhalle (überdacht, warm, windgeschützt, WC-Anlage) nach hinten in den Park zu verlegen und dann noch wegen ein paar Zuspätkommern, alle pünktlich gekommenen und bis dahin blau gefrorenen LäuferInnen noch eine Viertelstunde länger warten zu lassen!
Die Rettung waren unsere beiden wunderbaren Guides und die von ihnen ausgesuchte Strecke, die uns gleich half, wieder warm zu werden. 
Wir liefen durch den Arenbergpark mit seinen Skulpuren über den Bürgelstein mit fantastischer Aussicht auf die Festung, 
weiter über die Karolinenbrücke 
zum Landesgericht, wo Rosa Hofmann als Vertreterin für die vielen Widerstandskämpferinnen im 2. WK vorgestellt wurde. Danach ging es ein kurzes Stück zum und in den Chiemseehof, wo der Salzburger Landtag seinen Sitz hat (Praktisch, wenn die Laufguide auch Landtagsabgeordnete ist und den Zugangscode in den Sitzungssaal hat.) und bekamen das Wappenrelief erklärt. 
Danach trabten wir zum Waagplatz und bekamen eine kleine Wegzehrung. Aber nicht, weil wir bis dahin schon so viel läuferisch geleistet hätten, sondern weil die nächste bedeutende Frau, die uns vorgestellt wurde, die Schöpferin dieses Bildes ist, das so viele Menschen kennen!
Danach liefen wir im Zick-Zack weiter, was nicht nur den Folgestationen sondern auch den zunehmenden Touristengruppen in der Altstadt geschuldet war und fanden uns schließlich in unserem "eigentlichen" Ziel, im Cup&Cino in Salzburg ein, wo wir mit diesem üppigen Frühstück verwöhnt wurden und diesen Lauf gemütlich ausklingen ließen.

Und das waren sie auch schon - meine zwei Wochen Frühjahrsurlaub - nächste Woche geht es bei mir dann wieder ruhiger weiter - schööön!

Sonntag, 8. März 2026

Na sowas!


Jetzt habe ich dieses Wochenende doch glatt schon wieder eine Kirche fotographiert, obwohl es dieses Mal nicht um mein Nachbarinnenspiel ging. Und so verbrachte ich den Samstag Abend auch nicht laufend zu, sondern sitzend und andächtig lauschend in einer Kirche. 
Genauer gesagt, in der Kirche St. Otmar in St. Gallen. Und vielleicht hätte ich auch mit viel goodwill einen Nachbarinnenbesuch daraus basteln können, liegt sie doch immerhin in einem Nachbarland meines Wohnortes. 

Aber ich bin ja nicht hingelaufen, sondern bequemst mit der Bahn angereist und der Grund, warum ich mich dort einfand war auch nicht sportlicher Natur, sondern pure Neugier. Meine Freundin Pia macht immer wieder bei sehr spannenden Chorprojekten mit. Vor einiger Zeit schrieb sie mir, dass sie in einer Stummfilm-Vertonung mitsingen würde. Zu dem Filmklassiker "Sodom und Gomorrha", zu der Zeit die teuerste österreichische Filmproduktion mit über 3000 Komparsen, würde ihr Chor singen und zusätzlich auch ein Organist improvisieren. (Link) Das klang für mich so grandios, dass ich sofort im Kalender nachschaute, ob sich an diesem Datum ein Kurzbesuch in meiner Geburtsstadt ausgehen würde. Es ging!
Und so saß ich pünktlich eine halbe Stunde vor Konzert-/Kinobeginn in der gut geheizten Kirche und war schon sehr gespannt, was da auf mich zukommen würde. 
Es war wirklich epochal! Die Chorbegleitung und die Orgel standen der Dramatik des Films in keinster Weise nach, die Einsätze waren (typisch Schweiz) sekundengenau und die Akustik in der Kirche einfach phänomenal!
Nach dem Konzert begleitete mich Pia noch zum Bahnhof und so blieb uns noch eine gute halbe Stunde zum plaudern, was den Abend ganz wunderbar abrundete. 

Obwohl das ganze Konzert wirklich abwechslungsreich und kurzweilig gestaltet war, tat mir irgendwann mal mein Hintern vom Sitzen auf der Kirchenbank weh. (Bin ich halt auch nicht gewöhnt!) Da war ich froh, den Weg vom Bahnhof zur Kirche davor noch zu Fuß absolviert zu haben, 
zu sehen gab es ja genug.
Über Mittag war ich auch schon eine Runde mit Brommi unterwegs - nach der langen Winterpause musste das Kleine einfach mal wieder an die frische Luft!

Und damit war ich jetzt das dritte Wochenende in Folge unterwegs, was mir die Aussicht auf die nächsten paar unverplanten, zu-Hause-bleib-Wochenenden sehr rosig erscheinen lässt!


Montag, 30. Juni 2025

Das zweite B

Eine Urlaubswoche mit nur einem B (wie Browniecampen) hängt ein bisschen schief, dachte ich mir, als ich am Donnerstag gemütlich bei Chaya in ihrem Garten saß. Dass mich das aber gar nicht beunruhigte lag daran, dass ich noch am gleichen Abend in einen Zug gestiegen und in den Westen gefahren bin. 
Für den Freitag hatte ich nämlich Karten für ein Konzert in Lindau und so wusste ich das zweite B (wie Brompton) ganz in meiner Nähe!
George Nussbaumer und Philipp Lingg
Das Konzert war - wie erwartet - ein Ohrenschmaus, ich liebe es, wenn zwei Musiker, die ich schon jeden für sich alleine schätze, gemeinsam auf der Bühne stehen. Wenn dann auch noch die Chemie zwischen den beiden so stimmt, dass die Ansagen mehr einem Kabarett gleichen, als einem Konzert, umso besser!
Der nächste Tag war dann wie dafür gemacht, das zweite B zu genießen - so geschehen auf einer wunderbaren Radrunde auf altbekannten Wegen. 
Blick in die Schweiz
Auf der langen Gerade dem Rhein entlang machte ich mir dann eine Gruppe E-Bike-Fahrer als Windschutz "zunutze" und sauste in für mich ungewohnt unangestrengter Art und Weise dahin. Leider legten die Herren aber bald eine Orientierungspause ein und so verabschiedete ich mich von ihnen, bedankte mich und fuhr mit eigener Kraft weiter. 
Pause im Schatten

Und vor den letzten paar Kilometern noch eine 
Abkühlung im Bodensee
Den Rest des Tages lag ich lesend im Schatten und so war auch der zweite Urlaubswochenteil wunderbar genutzt. Am Sonntag fuhr ich wieder heim und ging heute noch immer völlig tiefenentspannt wieder ins Büro, wo mich stapelweise Arbeit, ein neues Betriebssystem und ein neuer Zwischenmieter (ein sehr anhänglicher Käfer?) erwarteten.

Sonntag, 1. Juni 2025

Langes Ländle-Wochenende

Oder: Aus dem Regen in den sonnigen Westen!

So ein Donnerstagfeiertag ist schon was feines. Da packt frau am Dienstag Abend den Rucksack und fährt am Mittwoch gleich nach getaner Arbeit mit dem Zug gen Westen. Zwar hat es die ganze Fahrt fast durchgehend geschüttet, aber auf dem letzten Stück wurde der Regen immer weniger und als ich in Lauterach am Bahnsteig mein Brompton entfaltete, war es (zumindest von oben) schon trocken. 

Den Donnerstag nutzte ich, um mich wieder etwas einzuwohnen. Über Mittag beschloss ich dann aber, einen Fitnessparcours zu besuchen (das macht mehr Spaß, als daheim auf der Matte zu turnen), den ich mal beim vorbeispazieren in Hard gesehen hatte. 
Ein Stück fuhr ich mit dem Bus und begab mich auf die Suche.
Auch wenn ich ihn nicht wiederfinden würde - die Gegend ist ja schön, um dort eine Runde spazieren zu gehen! Aber siehe da, nach kurzer Zeit leuchtete mir schon ein Schild aus dem Grün entgegen. 
Los geht's!
Manche Schilder fand ich zwar nicht so ganz verständlich, andere dafür umso mehr!
Ich blieb brav auf den Wegen und überlebte! Das war wirklich großes Glück, denn sonst hätte ich ein fantastisches Abendessen bei Freunden verpasst. 
Fotografiert habe ich nur die Vorspeise, danach gab es Gegrilltes, Nachspeise und herrliche Gespräche. Obwohl im Laufe des Abends sogar die Sonne noch herauskam, beschloss ich, die Heimfahrt dann doch im Faulmodus zu absolvieren. 
Am nächsten Tag wollte ich nämlich wieder mit Brommi auf den Weg. Ich hatte mir ein Stück des Rheintal Radwegs vorgenommen.
Mit dem Zug fuhr ich also nach Feldkirch und suchte mir mit Hilfe von Komoot den Einstieg in den Radweg. Das war auch das einzige Mal, dass ich das Telefon zum navigieren brauchte, die Beschilderung ist nämlich so perfekt, dass sogar Orientierungslegasthenikerinnen wie ich, sich nicht verfahren können!
Besonders gut gefallen haben mir auf den ersten paar Kilometern diese Ortsschilder.
Die Strecke führt erst entlang der Ill und dann weiter dem Rhein entlang bis ... tja, eigentlich bis zur Nordsee! Soweit wollte ich am Freitag aber doch nicht fahren und habe mich mit gut zwei Stunden Pedaliergenuss zufrieden gegeben!
Schließlich wollte ich am Abend ja noch Bregenz besuchen. Dort war Feiertags(?)programm mit gratis Open-Air Konzert am Kornmarktplatz und einer traumhaften Abendstimmung an der Seepromenade.
Am Samstag machte ich einen Ausflug nach Hohenems. Schon des längeren hatte ich auf meiner inneren Want-to-Do-Liste den Schlossberg mit der Burgruine "Alt-Ems" stehen.
Gedacht - gemacht! 
Die kurze Wanderung geht direkt am Schlossplatz in Hohenems los und führt über gut begehbare Wanderwege die knapp 300HM direkt zur Ruine. 
Dort findet im Moment gerade eine Ausstellung des Künstlers Helmut King statt. Tja, ich fand die Kombination der Werke mit der Ruine nicht so toll, obwohl mir die Arbeiten an sich gut gefallen. Aber die Anlage ist deswegen ja nicht minder beeindruckend und der Ausblick bis zum Bodensee einfach herrlich!
Am Nachmittag fand ich, dass ich für ein Wochenende nun genug unternommen hatte, packte meine Siebensachen und fuhr am Abend wieder nach Hause. 
Immerhin ist hier mittlerweile ja auch die Sonne angekommen und erlaubt mir einen faulen Sonntag auf der Terrasse! 

Mittwoch, 30. April 2025

Goethe Kultur Lauf - Der Urlaub geht weiter!

Der eigentliche Grund für mich, diese beiden Wochen im April Urlaub zu nehmen, war der "Goethe-Kultur-Lauf" in Weimar. 
Elke erzählte mir schon im Herbst davon und nachdem ich das Konzept schon beim Bauhaus-Marathon 2019 faszinierend fand, meldete ich mich an. 

Zwar plagte mich die Frage, welche der vier angebotenen Distanzen ich laufen sollte, weil ich ja das eine oder andere kleine Problemchen mit meinem linken Fuß hatte. 

Aber durch das Laufkonzept dort, das ja Pausen nicht nur erlaubt, sondern geradezu vorschreibt, traute ich mich dann doch auf die Strecke "Sinnlichkeit", mit 7,8km. 

Aber von vorne. 
Ich fahre ja nicht so gerne lange mit dem Auto, also habe ich beschlossen, die Fahrt nach Weimar in zwei Etappen anzugehen. Ein kurzer Blick auf die Karte zeigte mir, dass ich einen Halt in Regensburg einlegen könnte - die Stadt wollte ich schon letztes Jahr besuchen, damals war aber gerade Hochwasser in der ganzen Region und ich habe verschoben.
Dann entdecke ich noch zusätzlich den Termin einer Lesung in Regensburg, die mich sehr interessiert und schon ist der Campingplatz für Donnerstag bis Samstag gebucht.
Das Wetter meint es gut mit mir, hat es in den Tagen vor meiner Abfahrt geregnet, ist der Himmel zwar grau, aber kurz nach meiner Ankunft lässt sich sogar die Sonne kurz blicken und ermöglicht mir eine erste Stärkung im Freien. 
Anschließend fahre ich mit dem Rad (Brommi leistet auch in diesem Urlaub wieder sehr gute Dienste) in die Altstadt und drehe schon ein paar Runden. 
Die Lesung - Pippo Pollina "Der Andere" findet in einer Buchhandlung mitten in der Altstadt  statt und ist sehr gut besucht. Ich kannte ihn bisher nur als Sänger und war gespannt auf das Buch. So gespannt, dass ich es schon gelesen habe, als es mir in der Stadtbücherei "zufällig" mal unterkam! So kannte ich den Inhalt schon, umso interessanter waren aber die Zusatzinfos über die Hintergründe dieses Werks.
Was für ein toller Auftakt!
Nach ein paar netten Gesprächen sause ich mit Brommi wieder zurück zum Campingplatz. Wobei "sausen" es nicht ganz trifft. Der Radweg entlang der Donau ist nämlich zappenduster. Und das Radlicht jetzt nicht unbedingt schnellfahrtauglich! Aber egal, ich komme heil beim Campingplatz an und mache es mir im Auto gemütlich. 
Den einsetzenden Regen höre ich noch, als ich einschlafe und nachdem er auch am Morgen noch andauert, gibt es den Kaffee eben drinnen.
Zum Glück nieselt es den restlichen Freitag nur, sodass ich in Ruhe die Altstadt besichtigen kann, Goethe winkt mir auch hier schon zu!
Am Samstag geht es weiter nach Weimar. Die Wolken lasse ich hinter mir und komme bei strahlendem Sonnenschein an, richte mich am Campingplatz ein und sause mit dem Rad den Hügel von Ettersburg nach Weimar. Dort hole ich als erstes meine Startunterlagen für den nächsten Tag, was schnell erledigt ist und treffe mich anschließend mit Elke und Chris für einen gemütlichen Nachmittag mit Kaffeeklatsch und einem herrlichen Abendessen!
Zurück am Campingplatz fällt mir der klitzekleine Nachteil des klaren Himmels auf, es kühlt empfindlich ab! Aber ein kurzer Abschluss des Tages vor dem Auto muss noch sein - bei diesen Ausblicken! 
Am nächsten Tag ist es dann soweit. Als ich gemütlich zum Start spaziere - Rad und Tasche mit Wechselkleidung im Zielbereich deponiert - sind Elke und Chris schon eine Stunde unterwegs. 
Ich sehe noch die Läufer die sich für die Strecke "Phantasie" entschieden haben, auf die Strecke gehen, zehn Minuten später bin ich dann an der Reihe.

Ach ist das hier gemütlich. Ein paar traben an, ein paar gehen, ich entscheide mich für einen gemütlichen Trippeltrab, den ich für die Etappe bis zur ersten Auszeit "Römisches Haus" beibehalte. Hier kann man Postkartengrüße verfassen, ob in Goethes Stil oder im eigenen, bleibt offen!
Weiter geht es durch den Ilmpark und dann eine leichte Steigung hinauf bis zum Schloss Belvedere, das mir Wasser (draußen) und eine wunderbaren Aussicht und Musikgenuss (drinnen) bietet, sodass ich körperlich und geistig erfrischt und beschwingt, den Weg zurück in Angriff nehmen kann. 
Auch den Rückweg absolviere ich in meinem bewährten Spazierlauf-Modus und komme zufrieden nach 1:18:57 ins Ziel.
Nach einer kurzen Pause mache ich mich wieder auf den Weg zum Campingplatz und lasse mich von Google-Maps dazu verführen, einen "schnelleren" Weg zu nehmen. 
Ähem. Brommi schieben macht ja auch Spaß! 
Nach diesem ungeplanten Trailintermezzo beschließe ich am Nachmittag den Bus nach Weimar zu nehmen, besuche dort noch die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, bevor ich meinen Ausflug zu diesem wunderbaren Lauferlebnis bei einem gemeinsamen Abendessen mit Elke und Chris abschließe. 

Am Montag wird Brownie wieder aufgesattelt und es geht erst nach Bamberg, wo ich einen sonnigen Tag verbringe
und später wieder nach Hause, wo ich jetzt noch ein paar Tage das süße Nichtstun genieße!