Wenn Ostern vor der Tür steht, heißt das ja meistens, dass man die Kiste mit den gerade erst weggeräumten Winterutensilien wieder aus dem Keller holt, um Erfrierungen an Ohren, Fingern, Zehen und Nase zu verhindern!
Nicht so heuer - das Osterwochenende wurde eingeläutet von einem strahlend schönen Karfreitag mit angenehmen Temperaturen und da es sich für das nächste halbe Jahr um meinen letzten (regulären) freien Freitag handelte, wollte ich ihn natürlich nutzen!
Ein langer langsamer Lauf sollte es werden, mal wieder um den Wallersee, um Abkürzungen auszuschließen.
Und langsam lief es auch. Ob es das vorabendliche Schwimmtraining war, das mir in den Beinen steckte oder doch noch der Tempolauf vom Mittwoch lässt sich schwer sagen. Jedenfalls erschien mir mein Zieltempo von 7 - 7.30 gar nicht sooo langsam, wie ich gehofft hatte. Aber egal - ich hatte ja Zeit. Ich trapste also vor mich hin, erst nach Fischtagging, dann dem Henndorfer Seeweg entlang bis zum Strandbad und dann weiter nach Enzing. Bis zur Steigung nach Neumarkt lief es noch ganz gut, dort ging ich allerdings ein paar Schritte, um den Puls niedrig zu halten. Dabei fielen mir auf der Straße die unzähligen Waldameisen auf. Ich ging schon ganz rechts, um keinen Massenmord zu begehen, denn die linke Hälfte der Straße war übersät von ihnen. Konzentriert blickte ich auf die Straße, sah aber trotzdem aus dem Augenwinkel, dass sich auf Augenhöhe etwas neben mir bewegte. Da war der Ameisenhügel direkt neben einem Baumstumpf und alles war von herumwuselnden Ameisen übersät! Es sah aus, als bewegte sich das Holz!! Ich konnte leider nicht nahe ran gehen, um bessere Fotos zu machen, weil ich sonst zu viele Tiere zertreten hätte, aber vielleicht sieht man auch auf diesen Bildern, wie es dort zuging.


Ein kurzer Blick zurück zum See war noch drinnen, dann ging ich die letzten paar Meter zum Wald und lief weiter zur Ostbucht.
Ein Blick auf meinen früheren Wohnort.
An dieser Stelle hatte ich ungefähr die halbe Strecke hinter mir, allerdings schien meine Ausdauer an diesem Tag schon weit mehr aufgebraucht zu sein. Jedenfalls fiel mir das Laufen immer schwerer, erst war mir zu heiß (?), dann hatte ich das Gefühl Kreislaufprobleme zu bekommen und machte daraufhin eine kleine Pause am Seeweg.
Entspannung pur!
Vielleicht sogar etwas zuviel, denn wirklich in Schwung kam ich danach nicht mehr und quälte mich durch die nächsten paar Kilometer. Wobei quälen gar nicht stimmt. Es lief sich einfach sehr zäh und ich streute immer wieder ein paar Gehmeter ein, die mich allerdings die wunderschönen Plätze im Wenger Moor so richtig wahrnehmen ließ. So bewunderte ich die Winterlinge, Schneeglöckchen und ersten zartgrünen Triebe und war hellauf begeistert. Dann lief ich wieder ein Stückchen, ging und staunte, lief und irgendwann war ich wieder in Seekirchen angelangt.
So dauerte der lange Lauf ein wirklich lange, was mich bei diesem Wetter aber auch gar nicht störte!
Der Ostersamstag und -sonntag zeigten sich dann wieder traditionell regnerisch, was mich heute nur zu einer klitzekleinen Minirunde mit den VFFs trieb, die ich mit viel Glück zwischen zwei Regen- und Graupelschauer untergebracht habe.
Gut hat es getan, denn nach diesen Genüssen
war ein wenig Bewegung dringend notwendig!
































