Samstag, 14. März 2026

Hallo Nachbarin - Henndorf

Manfred hatte bei seinem letzten Kommentar schon hellseherisch vorausgesagt, dass ich dieses Wochenende meine Couch mal für einen Nachbarinnenbesuch verlassen werde und genau so war es. Ok, ich war unmittelbar davor nicht auf der Couch sondern am Wochenmarkt und danach auch noch einige Zeit auf der Terrasse, die ich nun schrittweise wieder "bewohnbar" machen will, aber da ich den Rest des Tages sehr faul verbracht habe, stimmt die Aussage trotzdem. 
Das Wetter war mild und trocken und so beschloss ich, eine One-Way-Strecke zu laufen. Nach Henndorf wären es auch auf der direktesten Strecke über 5 Kilometer und da ich ja selten die kürzeste Strecke wähle, wollte ich mit dem Bus dann wieder zurückfahren. Da ist es ganz angenehm, wenn ich nicht gerade bei Sturm und Wolkenbruch auf den nächsten Anschluss warten muss. 

Schon kurze Zeit nach dem loslaufen stellte ich fest, dass ich den jährlichen Fehlgriff bei der Auswahl der Laufsachen getan hatte. Mir war viel zu heiß! Also gleich mal die dünne Jacke aus und schon fühlte ich mich wohler. Da ich ja sowieso mit dem Bus heimfahren würde, überlegte ich gar nicht lange, welche Strecke die direkteste wäre, sondern lief einfach so, wie es mir in den Sinn kam. 

Erst mal Richtung Strandbad los, dann über die Fischach und nach Fischtagging. Ich trabte gemütlich vor mich hin, die Steigungen bin ich spaziert und nach einem kurzen Stück auf der Straße kam gleich der Abzweig Richtung Fenninger Spitz. Wäre ich geradeaus der Straße aus weitergelaufen, wäre das wohl die kürzeste Variante gewesen, aber ich wollte einfach so gerne mal wieder den Uferweg in Henndorf laufen. 
Und dieser kleine Umweg hat sich wirklich ausgezahlt!  

Danach fiel mir ein, dass ich im Herbst bei der Liter-Rad-Tour ein hübsches Sträßchen nach Henndorf kennen gelernt habe, das zwar auch wieder einen Extra-Schlenker beinhaltet, aber dafür sehr idyllisch dem Grabenbach entlang führt. Also auch diesen kleinen Umweg noch mitgenommen und dann in Henndorf festgestellt, dass ich somit die Kirche beinahe eingekreist habe. 
Dann stellte sich noch eine (geglaubte) Abkürzung als "Kein-Weg" heraus, aber ein paar Meter weiter fand ich dann doch noch den Zugang zur Kirche. 
Die Friedhofshennen konnte ich mit meinem Geschnaufe nicht aus der Ruhe bringen

aber nach einer weiteren kleinen Umrundung wieder eine Nachbarin abhaken!
Dann spazierte ich wieder zurück zur Hauptstraße, diesesmal durch einen netten kleinen Park, wo verschiedene Zitate von Schriftstellern ausgestellt sind, die alle einen Bezug zu Henndorf haben. 
Zurück ging es dann mit Bus und Zug, den Nachmittag verbrachte ich dann wieder in aller Ruhe und gut durchgelüftet daheim. 

13 Kommentare:

  1. Jedes Mal, wenn es auf Strava einen "Hallo Nachbarin" Lauf gibt, weiss ich, da kommen bald noch mehr Details im Blog! Tada!!

    Mindestens einmal im Jahr ab März muss der klassische Garderoben-Fehler passieren: loslaufen, merken, dass es viel zu warm ist und dann strippen. Als geübte Läuferin ist das schnell gemacht.

    Deine Streckenwahl gefällt mir besonders. Erst Strandbad, dann Fischach, dann noch dieses Strässchen am Grabenbach entlang...einfach der Nase lang.

    Und... ihr habt Friedhof-Hühner?? Wie cool ist das denn! Wo legen die ihre Eier? Kann die jeder mitnehmen? Wer passt auf sie auf?
    Und hat Henndorf den Namen von "Hennen"?
    So viele Fragen... da hast du dir was eingebrockt, liebe Doris!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Catrina,
      hihi - danke für die Fehlgriff-Absolution! Ich hoffe ja, dass es für das heurige Jahr damit erledigt ist. (Zumindest fürs Laufen. Radeln ist dann ja wieder ganz anders ... :D )
      Das war wirklich eine Schau-Strecke. Es gab so viele hübsche Dinge zu betrachten, dass mir gar nicht aufgefallen ist, wie lange ich unterwegs war. Und dann noch die Hühner, die gerade die Treppe vom Friedhof runter kamen. Nein, ich glaube nicht, dass die dort wohnen. Die waren wohl von einem angrenzenden Garten hinspaziert und haben einfach mal nach dem Rechten gesehen.
      Es gibt eine Geschichte, dass das Dorf nach einem Namen suchte, es einige Vorschläge gab und sich die Dorfoberen nicht einigen konnten. Dann hätten sie neben einer Brücke gestanden und gesagt, wir nennen das Dorf nach dem Ersten, der über diese Brücke kommt und das sei eine Henne gewesen.
      Nur stimmt die leider nicht (ich fänd's nett!), weil der Name sich von "Hohen Dorf" irgendwie zu "Hohindorf" und dann zu "Henndorf" entwickelte. :D

      Löschen
  2. Dinge die nach dem Lesen hängenbleiben: Friedhofshühner und kommt Henndorf von Hennen?! Aber gut dass das dank Catrina bereits geklärt ist ;-)
    Naja, und aus Versehen eine Schicht zu viel anziehen, typischer Frühjahrsfehler, kennen wir alle.
    Das Bild zu "(geglaubte) Abkürzung" ist übrigens perspektivisch sehr schön, die Kirche hat Wucht und sieht aus als würde sie voll im Grünen stehen.
    Schöne Strecke mit Schlenker am See entlang, ein gelungenes Läufchen. Weiter so :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Oliver,
      naja, Hennen in Henndorf sind ja auch be"merkenswert". ;)
      Gestern hat es hier wieder deutlich abgekühlt, das heißt, jetzt darf ich erst mal bei meiner Klamottenauswahl bleiben ...
      Stimmt, das Läufchen war mal wieder was für die gute Laune!

      Löschen
  3. Moin, liebe Doris,

    was mich angeht, neige ich zum gegenteiligen Klamottenfehlgriff nach dem Motto: „Ah - Früühhhling!“ also kurze Hose, kurzes Shirt, nix eingesteckt und halbnackt losgelaufen … beim ersten Gefühl von „oh, doch ziemlich kalter Wind …“ noch abwinkend gedacht: „beim Laufen wird‘s schon warm werden …“ um später komplett durchgefrostet und im worstcase noch klatschnass geregnet als Eisblock zurückzukommen … umgekehrt ist ziemlich selten und ich bin mir jetzt gar nicht sicher, was wohl die „schlimmere“ Variante sein mag … ;)
    Die Wege in deiner Nachbarschaft sehen mal wieder beneidenswert idyllisch aus und ich vermute, dass dort die Menschen sehr gerne das Gesicht der Welt verändern indem wie viele kleine Schritte tun! Wo, wenn nicht dort?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Lizzy,
      ja, was ist schlimmer? Eigentlich zu warm angezogen zu sein, wenn nichts mehr übrigbleibt, was noch ausgezogen werden kann (ohne Aufsehen zu erregen). Denn beim Laufen wird es ja doch meist wärmer, als geglaubt. Andererseits war dieser Lauf sehr gemütlich geplant und ich wußte, dass ich danach auf Bus/Zug würde warten müssen. Da mag ich dann gar nicht frieren, weil ich zu wenig anhabe. Also würde ich sagen: Unentschieden! ;)

      Löschen
  4. Liebe Doris,

    soso, da verschlägt es dich zu den Hennen im Dorf! ;-)

    Es ist schon interessant, wenn man nachliest, wie Ortsnamen entstanden sind, sein sollen, und welche Anekdoten es dazu gibt! ... aber diese gut 5.100 Einwohner haben eine ziemlich große Kirche zu bieten, die da oben thront! Und du konntest wieder eine abhaken, also warst bei einer Nachbarin zu Besuch!

    Schöne Bilder von unterwegs und gute Idee das Läufchen einfach nach Gusto zu erweitern, bzw. zu variieren! ... und danach warst du schön durchlüftet und die Unterbrechung der 'Couchzeit' hat gut getan. Mal eine Umkehrung des Begriffes Timeout, indem deine Auszeit aktiv gestaltet war! Bei Sportlern ist es ja eher umgekehrt!

    Liebe Grüße Manfred

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Manfred,
      stimmt, die Enstehungsgeschichten rund um Dorf- und Ortsnamen sind oft sehr lustig. Aber auch die dazu erfundenen sind nicht schlecht und oft besser zu merken, als die, die stimmen. :D
      Jetzt kann ich ja wieder problemlos auf Geh- und Radwegen laufen, im Jänner war das ja die Einschränkung, weil diese Strecken einfach zu eisig/rutschig waren. Und so meide ich die Straßen wenn möglich, umso schönere Bilder kann ich liefern. ;)

      Löschen
  5. Liebe Doris,
    vorbildlich verfolgst du deinen Plan! Und eine gute Taktik ist ja auch, den Rückweg per öPNV zu machen, so kannst du deinen Radius gut erweitern. Ach wenn ich das Foto sehe, im Alpenraum sind die Kirchen immer so freundlich hell, da läuft man doch gern auf Nachbarschaftsbesuch :-)
    Uns was für eine nette Sage zum Entstehen des Ortsnamens! Na da ist doch klar, dass es da Hennen geben muss!
    Bin gespannt auf die nächste Erkundung!
    Liebe Grüße, Elke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach so, und diese Fehlgriffe, typischerweise im Frühjahr und im Herbst, sind ja fast zu erwarten. Ich amüsiere mich da immer über mich selber: Der Kopf sagt: "Bei dem Wetter wäre 2-lagig angesagt", aber der Läuferbauch interveniert "Letzte Woche wars kalt, also heute lieber auf Nummer sicher gehen". Tja, wer kennt das nicht? ;-)

      Löschen
    2. Liebe Elke,
      ich plane diese Besuchsläufe einfach dann ein, wenn ich ein wenig mehr Zeit zur Verfügung und gerade keine Wunschrunde im Kopf habe. Dann ist es immer super, ein Ziel (bzw. mehrere) zu haben und bei längeren Strecken nachzusehen, wie ich am besten wieder heimkomme. Mit ein paar Fotos gibt das dann auch gleich noch Stoff für den nächsten Blogbeitrag - win-win also. :D
      Ja diese Fehlgriffe kennen wir wohl alle - ich merke aber auch stark, dass ich durch meine lange Laufpause, in der ich ja fast nur spaziert/spaziergelaufen bin, noch mehr dazu tendiere, mich zu warm anzuziehen.

      Löschen
  6. Es ist einfach immer wieder eine gute Idee, das Laufen in den normalen Alltag zu integrieren.

    Viel Spaß weiter dabei
    Jörg

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Jörg,
      das ist es - ich finde immer, das sind die "geschenkten" Trainings, weil die Strecken ja sowieso absolviert werden müssen. :)

      Löschen