Sonntag, 8. März 2026

Na sowas!


Jetzt habe ich dieses Wochenende doch glatt schon wieder eine Kirche fotographiert, obwohl es dieses Mal nicht um mein Nachbarinnenspiel ging. Und so verbrachte ich den Samstag Abend auch nicht laufend zu, sondern sitzend und andächtig lauschend in einer Kirche. 
Genauer gesagt, in der Kirche St. Otmar in St. Gallen. Und vielleicht hätte ich auch mit viel goodwill einen Nachbarinnenbesuch daraus basteln können, liegt sie doch immerhin in einem Nachbarland meines Wohnortes. 

Aber ich bin ja nicht hingelaufen, sondern bequemst mit der Bahn angereist und der Grund, warum ich mich dort einfand war auch nicht sportlicher Natur, sondern pure Neugier. Meine Freundin Pia macht immer wieder bei sehr spannenden Chorprojekten mit. Vor einiger Zeit schrieb sie mir, dass sie in einer Stummfilm-Vertonung mitsingen würde. Zu dem Filmklassiker "Sodom und Gomorrha", zu der Zeit die teuerste österreichische Filmproduktion mit über 3000 Komparsen, würde ihr Chor singen und zusätzlich auch ein Organist improvisieren. (Link) Das klang für mich so grandios, dass ich sofort im Kalender nachschaute, ob sich an diesem Datum ein Kurzbesuch in meiner Geburtsstadt ausgehen würde. Es ging!
Und so saß ich pünktlich eine halbe Stunde vor Konzert-/Kinobeginn in der gut geheizten Kirche und war schon sehr gespannt, was da auf mich zukommen würde. 
Es war wirklich epochal! Die Chorbegleitung und die Orgel standen der Dramatik des Films in keinster Weise nach, die Einsätze waren (typisch Schweiz) sekundengenau und die Akustik in der Kirche einfach phänomenal!
Nach dem Konzert begleitete mich Pia noch zum Bahnhof und so blieb uns noch eine gute halbe Stunde zum plaudern, was den Abend ganz wunderbar abrundete. 

Obwohl das ganze Konzert wirklich abwechslungsreich und kurzweilig gestaltet war, tat mir irgendwann mal mein Hintern vom Sitzen auf der Kirchenbank weh. (Bin ich halt auch nicht gewöhnt!) Da war ich froh, den Weg vom Bahnhof zur Kirche davor noch zu Fuß absolviert zu haben, 
zu sehen gab es ja genug.
Über Mittag war ich auch schon eine Runde mit Brommi unterwegs - nach der langen Winterpause musste das Kleine einfach mal wieder an die frische Luft!

Und damit war ich jetzt das dritte Wochenende in Folge unterwegs, was mir die Aussicht auf die nächsten paar unverplanten, zu-Hause-bleib-Wochenenden sehr rosig erscheinen lässt!


10 Kommentare:

  1. Liebe Doris,
    das Konzert klingt in der Tat spannend. Wobei mich ja ein wenig die Sorge begleitet hätte, ob das nicht zu dramatisch/laut/fordernd wäre...? Doch sicher konntest du dich auf die Empfehlung deiner Freundin verlassen und die Tour hat sich ja gelohnt, wenn auch ohne Niederschlag in deiner Nachbarinnenliste. Die wird sicher noch voll werden. Wie lange dauerte die Vorstellung? Stummfilme können ja schonmal Überlänge haben.
    Und schönstes Frühlingswetter konntest du obendrein genießen!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke,
      ich hatte irgendwann zwischendurch auch mal das Bedürfnis, dass die Orgelbegleitung ein wenig zurückschaltet, was die Lautstärke betraf, aber ich glaube der Organist war sehr euphorisch! ;D
      Der Film selbst war stummfilmmässig theatralisch in Gestik und Mimik, was zum Teil schon unfreiwillig lustig erschien. Aber trotzdem war das Zusammenspiel von Gesang und Musik zu den Bildern unglaublich schön!
      Der Film selbst dauerte gut eineinhalb Stunden - im Programm waren insgesamt 2h angegeben, das erschien mir machbar! :)

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  2. Ah, auch ohne Nachbarinnen-Spiel eine Kirche fotografieren. Und du warst sogar DRIN! 😄 Ein sehr schöner Event, das stelle ich mir richtig gänsehautmässig vor:

    Ich war übrigens noch nie im St. Otmar, habe aber schon oft davon gehört. Lustigerweise kenne ich auch eine Pia, die in Zürich in einem Kirchenchor mitsingt. Aber so eine grosse Produktion hatte sie noch nie.

    Nach drei Wochenenden hintereinander unterwegs kann ich mir gut vorstellen, dass du dich jetzt auf ein komplett leeres Wochenende freust. Wobei...vielleicht reicht es ja trotzdem für einen Nachbarinnen-Besuch, einfach bei dir zu Hause! 😄

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    1. Liebe Catrina,
      haha - ja gelegentlich passiert das, dass ich eine Kirche betrete! :D
      Ach das ist ja lustig, dass du auch eine singende Pia kennst, hast du denn schon mal ein Konzert von ihr besucht?
      Auf die nächsten faulen Wochenenden freue ich mich wirklich. Ein bisschen die Terrasse aufräumen, eine Nachbarin besuchen, schwimmen gehen, faul sein, lesen! :D

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  3. Ach, du bist noch in der Schweiz unterwegs! Schön. Wie nochmal verfährst du dort bzgl. der Mobilverbindung? Ganz ohne etwa?

    Das Kirchenkonzert klingt einerseits interessant … andererseits kräuseln sich mir schon beim Stichwort „Orgelbegleitung“ die Fußnägel und die Nackenhaare rollen sich auf :D Ein wahrhaft passendes Instrument, um Sodom und Gomorra zu vertonen 🙉

    Möge dein Energiefässchen allzeit so voll bleiben wie das Pilgergetränk (bzw. Weinfässchen … je nach Legendenversion) des Hl. Otmar (den musste ich mir - weil bis dato unbekannt - ergooglen), liebe Doris!

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    1. Liebe Lizzy,
      nein, ich war nur für diesen Abend in der Schweiz. Nachmittags hingefahren und nach dem Konzert wieder heim. Und für diese kurze Zeit geht es auch gut offline. Ich blockiere das Daten-Roaming grundsätzlich wenn ich nach Vorarlberg fahre, weil ich im Grenzgebiet nie sicher sein kann, nicht unabsichtlich ins Schweizer Mobilfunknetz zu "geraten"! :D
      Haha - lese ich da etwa eine gewisse Skepsis gegenüber Orgelmusik heraus?
      Tja, wenn ich gewußt hätte, was Otmar so alles bewirken kann, hätte ich ein Zweierle Rotwein eingepackt und mir damit einen gepflegten Rausch angetrunken. ;)

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  4. Liebe Doris,

    obwohl Orgelmusik nicht so meins ist, habe ich mir doch schon mal ein recht langes Orgelkonzert gegönnt! ;-) Aber auf den harten Kirchenbänken lange ausharren, mag ich auch nicht. Zum Glück sind die Sitze in unserer Kirchengemeinde gepolstert! - LOL

    ... und jetzt geht es zurück zur Nachbarinnen-Challenge, oder? - Dafür kannst du ja jeweils 'für kurz' die Couch verlassen, um sie danach wieder aufzusuchen! *grins*

    Aus dem sonnigen Darmstadt
    liebe Grüße Manfred

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    1. Lieber Manfred,
      oh ich bin da wohl der einzige Orgelfan in der Gruppe! Ich mag die Vielseitigkeit des Instruments sehr gerne und gehe schon mal gezielt zu Orgelkonzerten, wenn ich eines erwische. :D
      Ja, es wird Zeit mal wieder die Gemeindegrenzen zu überschreiten - mal sehen, was am kommenden Wochenende möglich ist. (Dafür werde ich mich kurz von meiner Couch trennen. ;) )

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  5. Ich bin ja ausgemachter Stummfilmfan und finde die "Vertonung" immer sehr spannend und interessant. In einer Kirche mit entsprechender Akustik, tja, da kann ich deine Begeisterung durchaus nachvollziehen. Den schmerzenden Hintern darf man dann gern mal in Kauf nehmen.
    Wenn du Orgelmusik magst, dann hör dir mal ältere Alben von Anna von Hausswolff an, da gibts was auf die Ohren :-)

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    1. Lieber Oliver,
      ja diese Stummfilmklassiker haben schon was für sich. Ich bräuchte sie jetzt nicht gerade jeden Tag, aber zu speziellen Anlässen gern!
      Danke für den Tipp, ich werde da auf jeden Fall reinhören. :D

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