Montag, 14. September 2026

Radwandern an der Isar und ein lang aufgeschobener Ausflug

In meiner ersten Urlaubswoche nutzte ich gleich mal das stabile Wetter, um eine kleine Radtour zu machen, die ich seit letztem Jahr auf meiner Want-to-Do-Liste stehen habe. 
Sie beinhaltet den Isar- und den Donauradweg und kann je nach Lust und Laune zwischen 2 und 5(6?) Tagen dauern. 
Die Strecke ist fast ein Quadrat - von hier Richtung Landshut, 
dann den Isarradweg bis zur Isarmündung in die Donau
Isarmündung
und dann am Donauradweg weiter bis Linz und von dort wieder zurück nach Seekirchen. 
Ich habe mich für eine dreitägige Zug-Rad-Zug-Variante entschieden und bin von hier bis Mühldorf am Inn mit dem Zug gefahren. Von dort aus ging es auf kleinen Straßen mit erfreulich wenig Autoverkehr nach Landshut, wo ich Kalorien auffüllte, durch die Altstadt spazierte und schließlich am Isarradweg weiterfuhr. 
Eine Übernachtung später ging es weiter zur Isarmündung und dem Donauradweg. Und mit dem wurde ich von Anfang an nicht so richtig warm. Meine geplante Route verlief links der Donau, doch dafür hätte ich sie kurz nach der Isarmündung schon queren sollen. 
Aber: 

Niedrigwasser an der Donau
Naja, kann passieren. Dass dann aber der Radweg auf der rechten Donauseite streckenweise gesperrt und die Umleitung grottig schlecht ausgeschildert war, ärgerte mich im Laufe des Tages immer mehr. Dann fand ich kein Café zum einkehren, die Lebensmittelgeschäfte waren auch geschlossen und überhaupt sank meine Laune immer mehr. 

Als ich dann zufällig doch noch einen offenen Edeka fand, saß davor eine andere Radlerin neben ihrem aufgepackten Rennrad, die von Regensburg losgefahren und Richtung Linz unterwegs war. Wir unterhielten uns über unsere Eindrücke des Donauradwegs und sie schien ähnlich genervt zu sein, wie ich. Als sie mich fragte, wie weit ich noch fahre, sagte ich (zu meiner Überraschung) wie aus der Pistole geschossen: bis Passau (statt, wie geplant bis Linz). Und genau so machte ich es dann auch.
Statt mir in Passau noch mal ein Zimmer zu suchen, fuhr ich zum Bahnhof und tschuckelte dann mit ein paar Umstiegen zurück nach Seekirchen. 
Fazit: Der Donauradweg kann mich mal!
Im letzten Zug auf der Heimfahrt!

Der nächste Ausflug fand mit Brownie statt - weil ich im Südtirol in der Region, wo ich hinwollte, keinen Platz auf einem Campingplatz fand, fuhr ich stattdessen in den Norden Richtung Nürnberg. Etwas westlich davon liegt Cadolzburg, das nicht nur an sich ein wunderhübsches Städtchen ist, sondern auch ein ganz besonderes Buchcafé  bieten kann, das ich mir schon länger mal anschauen wollte. (Letztes Jahr war geplant auf meinem Heimweg von Weimar dort Halt zu machen, aber das war blöderweise am Montag = Schließtag des Buchcafés!) 
Cadolzburg

Durch diesen Torbogen durch, gleich dahinter links liegt: "Janas kleine Buchhandlung", die ich nicht nur besucht, sondern natürlich auch durch den Kauf von einem oder zwei Büchern ein klein wenig unterstützt habe. 
Mein Plan, auf dem dortigen WoMo-Stellplatz zu übernachten, scheiterte leider an der defekten/gesperrten WC-Anlage. Nach längerer Grübelzeit (zurück nach Hause? weiterfahren, bis ich einen Campingplatz finde? am Parkplatz übernachten und den Resttag nichts mehr trinken ;) ?) fuhr ich noch 30km weiter nach Veitsbronn. Dort wollte ich heuer im Jänner hinfahren (Gekniffen!), um an einem Eisschwimmbewerb teilzunehmen. Eis gab es nicht, aber die äußerst nette Zimmervermietung, bei der ich mein gebuchtes Zimmer im Jänner leider wieder stornieren musste hatte Platz für mich und auch das Veitsbad war noch geöffnet, was mir am nächsten Morgen eine knappe Stunde herrliches Schwimmen auf einer 50m Bahn ermöglichte!

Danach fuhr ich wieder zurück in den Süden, allerdings blieb ich noch zwei Nächte und eine schöne kleine Wanderung auf einem Campingplatz am "Schwarzen Regen" , wo es sich ganz gut aushalten ließ. 
Pilze hab ich auch gefunden, allerdings wollte niemand mein Pilzsüppchen verkosten ...

7 Kommentare:

  1. Also der Donauradweg und du, das wird wohl keine grosse Liebesgeschichte mehr! 😂 Ich finde es ja herrlich, dass du nach all dem Ärger beim Edeka einfach spontan beschlossen hast: „Bis Passau.“ Und dann hast du es tatsächlich durchgezogen!

    Manchmal hilft es eben, sich mit anderen genervten Mitmenschen auszutauschen. Plötzlich ist der nächste Schritt sonnenklar!

    Und dann gleich weiter mit Brownie, super! Auch dort hast du bei den kaputten Toiletten wieder bewiesen, wie flexibel du bist. Was für Bücher hast du denn bei Jana gekauft?

    Und diese Fliegenpilze sind ja wirklich wie aus dem Bilderbuch! 🍄 Wunderschöne Exemplare!

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    1. Liebe Catrina,
      erst war ich noch gar nicht so sicher, ob ich weiterfahre oder nicht, aber sobald es ausgesprochen war, fühlte es sich stimmig an! :D
      Ich habe gekauft - Namiko und das Flüstern von Andreas Séché und "Wir haben keine andere Zeit, als diese" ein Gedichtband von Mascha Kaleko.
      Die Fliegenpilze waren so wunderhübsch! Da standen sicher 10 oder mehr, direkt am Wanderweg. :D

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    2. Eine Nachtragsfrage hätte ich noch: die Gegend in Südtirol, in die du ursprünglich wolltest, war nicht zufällig um Meran herum?
      Weil mir damals - als ich mit Freundin vom Lago Maggiore kommend und zwar außerhalb aller Ferienzeiten - ziemlich erstaunlich vorkam, wirklich keinen einzigen freien Platz in der weiträumigen Umgebung - eingeschlossen einiger Seitentäler - für das Mobil zu bekommen. Wir haben wirklich alle abtelefoniert und es gab NICHTS. In Meran direkt sagte man uns, sie seien bis Weihnachten ausgebucht. Das fand ich schon speziell und frage mich jetzt: ist das in ganz Südtirol so? (andererseits warst du ja noch innerhalb zumindest der Bayerischen Sommerferien unterwegs, da ist so ein Andrang auf Plätzen fast noch erklärbar ;)

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  2. Liebe Doris,

    einige bezaubernde Städtchen hast du da besucht! Wobei ich von Cadolzburg noch nie gehört hatte und es sofort spontan beim Anblick dieses entzückenden Musikbrunnens auf deinem Foto in meinem GoogleMaps gedötzelt habe.

    Und dann hast du dich im Grenzgebiet zwischen der Oberpfalz und Niederbayern - also sozusagen in „meinem Revier“ ;) rumgetrieben. Wie hat es dir dort gefallen? Und vor allen Dingen: hast du die Einheimischen verstehen können? Der Dialekt dort gehört mMn nicht zu den intuitiv leicht verstehbaren ;)

    Den Abschnitt „Donauradweg“ lasse ich einfach mal durch‘s Kommentarsieb fallen - dann steht dieser ansonsten in Summe sehr positiv und abwechslungsreich-aktiv klingende Urlaubsabschnitt besser für‘s Erinnern poliert da ;-)

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    1. Liebe Lizzy,
      ich fand den Dialekt gar nicht so heftig. Aber vermutlich haben sich alle mit der Touristin Mühe gegeben! ;D Ein wenig hat es mich auch an das Fränkische von Karin und Rainer erinnert.
      Vielleicht gibt es ja Abschnitte des Donauradwegs (oder bessere Streckenplanerinnen, als mich), die angenehmer zu fahren sind. Bisher habe ich nur noch niemanden gesprochen, der mir positives zu berichten hatte! ;)

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  3. Liebe Doris,
    spontan fällt mir bei deinen Erlebnisse der Spruch ein "Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mix dir einen Tequila draus!"
    Dieser doofe Donau-Radweg, kaputte Fähre kann ja mal sein, aber Umleitungen müssen bitte ordentlich sein.
    Und dann, Nürnberg bzw. Cadolzburg statt Südtirol - man muss flexibel sein im Leben! :-) Und ich denke, es hat sich gelohnt, so lese ich es jedenfalls. Ein Mascha-Kaleko-Gedichtband war es wert, ich mag ihre Werke seeehr!
    Ha, die Krönung, Eisschwimmen im Sommer nahgeholt. Hast du ehrenhalber ein paar Eiswürfelchen ins Wasser gegeben? ;-)
    Weiterhin schöne Urlaubstage und liebe Grüße, Elke

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    1. Liebe Elke,
      ach, wenn ich nicht so lange, so unentschlossen gewesen wäre, hätte ich mich ja früher um einen Platz für Brownie umschauen können. Dass auf den letzten Drücker nicht immer alles klappt, muss ich halt akzeptieren. ;)
      Cadolzburg war die Fahrt auf jeden Fall wert und so habe ich zumindest das Bad mal gesehen, in dem ich hätte Eisschwimmen können. Dort war es übrigens kuschelig warm, wohingegen der Schwarze Regen schon erste Ahnungen ans Herbstschwimmen brachte! :D

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